Altherr Jürg

Altherr Jürg

«...Ich stehe mit beiden Füssen auf der Erde. Gleichzeitig stecke ich kopf voran im Ende
der Unendlichkeit Sie berührt mich ringsum. Auf der Erde kann ich den Ort wechseln. Die Unendlichkeit begleitet mich immer...»

Verschieden hohe Holzzoccoli stehen neben einem stoffbezogenen Stuhl im Raum. Sie sind Teil des Arrangements, das der Zürcher Künstler Jürg Altherr in einem der Kabinette eingerichtet hat. Dazu gehört auch das diagonal in den Raum gestellte, in zwei Hälften geteilte Eternitobjekt, dessen Wände mit Palmblattadern eines afrikanischen Staubbesens bespickt sind.

Der Besucher ist eingeladen, seine Kleider abzulegen, die passende Holzschuhhöhe zu wählen und durch den Kanal des Streichelkastens zu laufen. Der Kopf bleibt dabei ausserhalb des Kastens. Die Vorrichtung, die der Künstler zur Disposition stellt, ist ein Betrachtungsapparat, im Sinne einer modellhaften Versuchsanordnung zur Schärfung der Wahrnehmung. Die Versuchsanordnung spielt mit der zwei Weltentheorie, so wie sie der französische Philosoph René Descartes mit der These der Trennung von Körper und Geist formuliert hat.

Das Experiment von Jürg Altherr bringt dem Publikum ins Bewusstsein, dass die reine Betrachtung eines Modells oder eines künstlerischen Konzepts primär den Geist engagiert, während die Erfahrbarkeit von Skulptur nur über eine ganzheitliche, alle Sinne engagierende Betrachtungsweise erschlossen werden kann.

Kathrin Frauenfelder, Kunsthistorikerin, Zürich, Schweiz

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