Twellmann Urs

Twellmann Urs

«...Hölzer in allen Erscheinungsformen bilden die Ausgangslage für meine Objekte, Installationen und Interventionen. Die Auseinandersetzung mit dem Material, das Erforschen seiner Eigenschaften und Möglichkeiten, ­sowie das Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung, stehen im ­Zentrum der prozessorientierten Arbeit...»

Die Titel beschreiben lapidar: «Platane geöffnet», «Linde geöffnet». Die Skulpturen die Urs Twellmann in art-st-urban ausstellt umkreisen das Thema der Transparenz. Mit der Motorsäge entfernt der Künstler Holzstück für Holzstück und höhlt so das Innere der Platane aus. Während beim Bodenstück nun von allen Seiten ins Innere des Baumstammes geblickt werden kann, bleibt die Oberfläche stabil und fest.

Das Motiv des Aushöhlens eines Volumens, des Schaffens von Transparenz ohne das statische Limit zu überschreiten, kehrt bei den ausgestellten Skulpturen in verschiedenen Variationen wieder. Um das Öffnen eines Volumens, um das Entfernen von Material geht es auch bei dem würfelförmigen Objekt, in dessen Inneren sich die geometrische Würfelstruktur in Form immer kleiner werdenden Holzgitter mehrmals wiederholt. Dabei bleibt jede einzelne Struktur lose und nur durch einen schmalen Steg mit der nächsten verbunden. Auch die Wandobjekte umspielen dasselbe Sujet.

Urs Twellmann arbeitet mit dem taille directe Verfahren, dem eigenhändigen Heraushauen und Schnitzen aus dem Holz. Es ist dies eine Methode, die ein intuitives und spontanes Arbeiten zulässt, insbesondere wenn mit der Kettensäge gearbeitet wird. Bevor der Künstler jedoch mit der Arbeit am Holz beginnt entwickelt er ein Konzept auf dem Papier. Spielt in Gedanken den Arbeitsablauf durch. Überlegt sich was im Innenraum der Skulptur passiert. Erst dann beginnt die Schnittarbeit. Der Künstler arbeitet aber auch gerne in Holzdepots oder direkt in den Wäldern. Die örtlichen Gegebenheiten inspirieren ihn immer wieder zu neuen Formfindungen.

Das «Buchenarchiv» besteht aus einem in einzelne Stücke zersägten Baumstamm. Die Numerierung der Elemente verweist auf den Prozess des Ordnens und Systematisierens. Verändern, analysieren, neu anordnen und zusammenfügen, sind die Stichwörter zum Verständnis dieses Werkes.

Kathrin Frauenfelder, Kunsthistorikerin, Zürich, Schweiz

artist-in-residence

art-st-urban ist ein unabhängiges, einzigartiges Kunstzentrum, privat finanziert. Angeschlossen ist der Verein "Artist in Residence Förderprogramm Young Artist". Um dieses weltweit einmalige Kunst-Förderprogramm weiter in dieser Qualität aufrecht erhalten zu können, sind wir auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Dies suchen wir mittels einer Crowdfunding-Kampagne bis 22.07.17 auf Funders.ch.

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