Aeschlimann Heinz

1947, Schweiz
Eisenplastiker, Unternehmer, Ingenieur

Katalog Teil 1 (PDF)
Katalog Teil 2 (PDF)
Flyer Stahlgewitter (PDF)
Beitrag Rundschau Schweizer Fernsehen
Installation «Symbiose»
Ausstellung mit Heinz Aeschlimann und Young Artist in Residence (Film)


«...Als Unternehmer und Bauingenieur stehe ich ­permanent in intensivem Kontakt mit meiner ­Umwelt, sowie in ständiger Konfrontation zwischen Widerstand und Harmonie von Natur, Technik und Mensch. Das künstlerische Umsetzen dieser alltäglichen Herausforderungen, Eindrücke und Gefühle in gestalterische Energie ist für mich Lebensquelle und gleich­zeitig auch Entspannung und Loslösen von weltlichen Problemen...»


Überhohe Metallplatten stehen beim Eingang des Museums. Die Oberflächen, mit einer Reihe verschieden grosser Dellen konvex und konkav zerdehnt, ziehen den Blick auf sich. Die Deformationen sind Spuren einer explosiven Gewalteinwirkung. Die Sprengplastiken sind Teil der jüngsten Werkgruppe des Künstlers. Im Innern des Museums präsentiert Heinz Aeschlimann Reliefs und ein vielfältiges Skulpturen­ensemble, aus flächigen und bogenförmigen Elementen zu meditativen Tableaus gefügt.

Die Oberflächen sind oft mit dem Schweissbrenner gestaltet, so dass je nach Lichteinfall verschiedene malerische Effekte entstehen. Die Skulpturen umfassen geometrisch-rechtwinklige Konstruktionen mit beweglichen Teilen. Andere Plastiken sind mit ausgeschnittenen, organisch gewölbten Flächen, auf Spitzen balancierend, komponiert. Jene mit geschwungenen, himmelwärts strebende Formen vermitteln ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Es sind Arbeiten zu sehen, bei denen das Unbestimmte überwunden wird. So etwa die gerosteten, auf kühne Weise verzerrten Eisenplatten, die in ein ambivalentes Spannungsverhältnis gebracht sind, und deren auseinander strebende Kräfte mit massiven Stahlseilen zusammenhalten werden.

Heinz Aeschlimann entwirft und arbeitet mit atemberaubendem Tempo. Ein konkretes Erlebnis, das Machen und die Faszination am Material sind jeweils die Auslöser für die Realisierung einer Skulptur. Die Vielfalt der Ausdrucksformen sind auf diese Faktoren zurückzuführen, wie auch auf das Experimentieren mit den verschiedensten Werkstoffen, dem Ausloten von Grenzen und vor allem der Suche nach der harmonischen Übereinstimmung zweier unterschiedlicher Materialien.
Kathrin Frauenfelder, Kunsthistorikerin, Zürich, Schweiz