Henry John

1943, USA
Sculptor, Entrepreneur, Professor, Dr. h.c.



„...My work is accomplished through the employment of industrials processes. My inspiration is derived from living life to its fullest. My goals center around the idea that I can contribute to the visual vocabulary of the culture in which I live. My satisfaction comes from seeing people experience my work…“


Vor vierzig Jahren war ich Maler und malte große Gemälde in einer sehr gewagten, energiegeladenen und gegenstandslosen Bildsprache. Aufgrund des Bedürfnisses, meinen Zugang zum schöpferischen Prozess in einer direkten und unmittelbaren Weise auszuweiten, begann ich mit der Bildhauerei.

Über die Jahre entwickelte sich meine Arbeitsmethode hin zu einem Prozess der Montage von Metallen verschiedenen Typs zu präzisen Konstruktionen, die ein visuelles Vokabular vermitteln, das mit der Zeit als mein eigenes erkennbar wurde. In diesem langen evolutionären Prozess erreichte mein Werk eine industrielle Präzision und die Bedeutung eines konstruierten Objekts.

Während ich stets mit der selben Einstellung die nämlichen Prozesse in der Herstellung meiner Skulpturen verfolgte, verspürte ich von Zeit zu Zeit die Notwendigkeit, zu diesem bereits erwähnten direkten und unmittelbaren Zugang künstlerischen Schaffens zurückzufinden. Um diesem Bedürfnis nachzukommen, kehrte ich oftmals zur Malerei zurück; dennoch stellte ich fest, dass das direkte Arbeiten mit massivem Stahl eher meiner primären Zielvorstellung als Künstler entspricht. Die Unmittelbarkeit des Arbeitens in dieser Art erlaubt einen offeneren Dialog zwischen dem Material und mir selbst und ermöglicht es mir, die Härte des Materials zu betonen und zugleich das visuelle Vokabular zu benutzen, dass ich im Lauf der Zeit entwickeln konnte.

Es liegt eine Raffinesse im präzisen Zugang zur Erschaffung eines Werks, das den Ingenieur/Architekt in mir als Teilaspekte meiner kreativen Energien auch zukünftig herausfordern wird. Wie auch immer, die Möglichkeit, mit meinen Händen direkt am festen Stahl zu arbeiten, befriedigt meine Faszination dank der Gegenüberstellung von Material, Prozess und menschlicher Hand.

Derzeit arbeite ich weiterhin an verschiedenen Herangehensweisen zu meiner Bildhauerei und gleichzeitig an den direkten Teilen aus Stahl. Die großen, monumentalen Arbeiten werden überwiegend aus Stahl hergestellt; dabei kommen Methoden zum Einsatz, die denjenigen ähneln, die beim Bau von Brücken und Gebäuden verwendet werden. Die Werke mittlerer Größe sind in Aluminium gefertigt, in der Art wie Flugzeuge konstruiert werden. Die kleineren Arbeiten, die aus Skizzen, Studien und reproduzierten Werken bestehen, werden durch maschinelle Bearbeitung und mechanische Verbindung der Einzelteile geschaffen. Diese Arbeiten sind so perfekt gearbeitet und lackiert, dass diese eine qualitativ hochwertige Oberfläche wie bei Autos bieten.

Mein Werk entsteht durch den Einsatz industrieller Prozesse. Meine Inspiration speist sich aus meinem Leben, das ich in vollen Zügen genieße. Meine Ziele kreisen um die Idee, die ich zum visuellen Vokabular der Kultur, in der ich lebe, beitragen kann. Meine Genugtuung ziehe ich aus der Beobachtung von ­Menschen, die mein Werk erfahren, auf dieses reagieren, und sich hoffentlich auf dieses in sinnvoller Weise einlassen.
John Henry, Chattanooga, USA